… die gute Nachricht für alle Betroffenen und ihre Angehörigen ist: Eine Depression ist heilbar, wenn sie fachgerecht behandelt wird. Eine speziell auf die Erkrankung abgestimmte Psychotherapie in Kombination mit einer medikamentösen Behandlung durch Antidepressiva gilt heutzutage als Standard. Nachdenklich stimmt allerdings die geringe Anzahl therapierter Depressionen, denn etwa die Hälfte aller Depressionen bleibt unbehandelt. Entweder weil die Betroffenen keine Hilfe suchen oder die Erkrankung nicht diagnostiziert wird, wenn sie sich hinter körperlichen Symptomen verbirgt oder als Erschöpfung fehlgedeutet wird.
Der erste Schritt ist der schwerste
Meist ist der erste Schritt in die Behandlung und damit zurück ins Leben der schwerste. Viele Menschen brauchen gerade hierfür die Unterstützung ihrer Angehörigen oder von Menschen, denen sie vertrauen, wie beispielsweise ihrem Arzt. 80 Prozent der Betroffenen wenden sich zuerst an ihren Hausarzt. Denn früh erkannt, lassen sich Depressionen sehr gut behandeln.
Mit der richtigen Behandlung zurück ins Leben
Eine Depression ist also noch lange kein Grund aufzugeben oder gar zu verzweifeln. Mit der richtigen Unterstützung und Behandlung finden Menschen, die unter dieser psychischen Störung leiden, zurück ins Leben. Das Wichtigste dabei ist, dass sie die Hoffnung auf Heilung nicht aufgeben und daran glauben, dass die Zukunft auch wieder Positives bringt. Das ist nicht leicht, denn es gehört zum Wesen der Erkrankung, dass man keinen Ausweg und keine positive Perspektive mehr sieht. Aber es zu versuchen, lohnt sich! Denn jeder Sieg, den man über sich erringt, ist wie ein Sonnenaufgang, sagt eine tibetische Weisheit.
Quelle: Sandra Maxeiner, Hedda Rühle (2014), Dr. Psych’s Psychopathologie, Klinische Psychologie und Psychotherapie, Band 1, Kapitel 10 (ISBN: 978-3-9523672-0-9)